Was ist beim Kernbohren zu beachten?
Frage:
Was ist beim Kernbohren zu beachten, wie bohre ich optimal?
Antwort:
Beim Arbeiten mit Magnet-Kernbohrmaschinen ist besondere Sorgfalt geboten, um sowohl die Standzeit der Werkzeuge zu maximieren als auch die Sicherheit und Präzision der Bohrungen zu gewährleisten.
- Auswahl des richtigen Kernbohrers.
Wird ein ungeeigneter Bohrer verwendet, kann dies zu unzureichender Bohrleistung oder gar Werkzeugbruch führen.
- Lagerung und Transport des Kernbohrers
Der Kernbohrer selbst sollte stets sorgsam behandelt werden. Transport und Lagerung sollten ausschließlich in der dafür vorgesehenen Verpackung erfolgen, um Beschädigungen zu vermeiden. Schon ein leichtes Anstoßen kann dazu führen, dass die empfindlichen Schneiden ausbrechen.
- Für sicheren Stand der Maschine sorgen.
Hierfür muss die Werkstückoberfläche eben, sauber, unverzundert, und mindestens 12 mm dick sein. Angaben zur Materialstärke in der Betriebsanleitung der jeweiligen Maschine. Ist das Material zu dünn, kann die Magnethaltekraft der Maschine nicht ausreichend wirken. In der Folge kann sich die Maschine während des Bohrvorgangs versetzen, was zu Schneidenausbrüchen oder sogar zum Abriss des Bohrers am Schaft führen kann.
- Zentrierstift verwenden.
Dieser sorgt dafür, dass der Bohrkern zuverlässig ausgestoßen wird, und die Kühlmittelzufuhr frei bzw. abgeschaltet wird.
- Sorgen Sie für die erforderliche Kühlmittelzufuhr.
Die Kühlflüssigkeit wird durch die integrierte Innenkühlschmierung direkt an die Bohrspitze befördert. Bei einem überkopf oder waagrechtem Bohrvorgang, funktioniert die Schwerkraftschmierung nicht. Es muss mit einem Schneidspray oder Pumpspray geschmiert werden. Die Innenkühlung der Bohrkrone sorgt dafür, dass die Schneiden nicht überhitzen, stumpf werden oder ausbrechen.
- Achten Sie auf die Auswahl der richtigen Getriebestufe.
Die Drehzahl wird abhängig vom gewünschten Bohrdurchmesser eingestellt: Kleine Durchmesser – hohe Drehzahl. Große Durchmesser – niedrige Drehzahl. Starten Sie den Bohrvorgang mit dem Bohrmotorschalter.
- Den Bohrer vorsichtig aufsetzen und möglichst in einem Zug durchbohren.
- Überlappende Bohrungen sollten vermieden werden, da die Schneiden in der ersten Bohrung einhaken können. Beim Wiedereingriff entstehen kleine Schläge, die die Schneiden beschädigen.
- Auch Bohrungen in der Nähe von Schweißnähten oder Trennschnitten durch Schneidbrenner sind problematisch. Die dort entstandenen hohen Temperaturen können das Gefüge des Materials verändern und den Verschleiß des Kernbohrers erheblich beschleunigen.
- Die Maschine während des Bohrvorganges nicht abschalten,
Das Abschalten der Maschine im Bohrloch gilt es zu vermeiden.
Beim Wiederanlauf wirkt eine zu hohe Kraft auf die Schneiden.
Schauen Sie immer, dass der Kernbohrer aus dem Bohrloch gefahren wird, bevor die Maschine abgeschaltet wird
- Ab einer Schnitttiefe von 30 Millimeter kann es von Vorteil sein, den Bohrvorschub kurz zu unterbrechen und den Kernbohrer leicht zurückzufahren. Dies gewährleistet eine sichere Span-Abfuhr. Fahren Sie den Kernbohrer nach dem Materialdurchbruch bei laufendem Bohrmotor aus dem Bohrloch.
- Bevor der Bohrer aus einer nicht fertig gestellten Bohrung zurückgezogen wird, die Maschine kurz ohne Spanabnahme auf dem Bohrgrund laufen lassen. Hierdurch werden die Spanansätze am Bohrgrund gebrochen.
- Entstandene Späne nur mit dem mitgelieferten Spänehaken entfernen. -> Verletzungsgefahr.